Dorferneuerung

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Chronik Teil 1

Phasen bei der geplanten Dorferneuerung (1)

     

Informationsversammlung und Schulung in Klosterlangheim

Am 06.Okt.2005 fand in Burghaslach eine erste Informationsversammlung zum Thema Dorferneuerung statt. In Anwesenheit von Baudirektor Wiedmann vom Amt für ländliche Entwicklung wurde den Anwesenden vermittelt, welches Glück man doch habe, an der Dorferneuerung teilzunehmen. Man habe diesen Umstand nur der Zugehörigkeit bei der kommunalen Allianz zu verdanken, schliesslich sei die Liste der auf ein Verfahren wartender Dörfer  auf Jahre gefüllt.  Es gab keinerlei Anmerkungen darüber, ob eine Dorferneuerung von den Bürgern überhaupt gewünscht oder benötigt wird.  Noch bevor die Bürger der betroffenen Ortsteile Näheres zur Dorferneuerung erfahren, werden vom Bürgermeister per Zeitungsanzeige Interessierte gesucht und ihm vertraute Bürger ausgewählt (ca. 3 pro Dorf), die auf eine sog. Schule der Dorferneuerung in Klosterlangheim geschickt werden. Dahinter verbirgt sich ein eingetragener Verein, in dessen Vorstandschaft neben dem Leiter des Amtes für ländliche Entwicklung Mittelfranken (früher: Flurbereinigungsbehörde), ein Regierungspräsident, ein Regierungsbaumeister, ein Sparkassendirektor, ein Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes u.a. angehören. Im Fachbeirat der „Schule für Dorf- und Flurentwicklung Klosterlangheim e.V.“ sitzen ein Vertreter der Firma Raab-Baugesellschaft GmbH, die Kreisbaumeisterin Bamberg, ein Landschaftsarchitekt, kirchliche Funktionsträger (Bezirks- u. Landesvorsitzende kath. Landvolkbewegung; Diözesanreferentin der Erzdiözese Bamberg) sowie Bürgermeister der Gemeinde Schwebheim und andere. Auf den ersten Blick erschließt sich nicht, was diese Personen mit unserem Heimatdorf und dessen geplanter Veränderung zu tun haben – ausser vielleicht, wie in einer Broschüre des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums zur ländlichen Entwicklung (RB-Nr. 08/05/19 ©2006) und auf der Homepage der Schule der Dorf- und Flurentwicklung in Klosterlangheim e.V (SDF-Programm) erwähnt, die Zielgruppe sind “Meinungsbildner wie Gemeindepolitiker, Vereinsvorsitzende, Lehrer, Pfarrer, Vorstandsmitglieder, Landwirte sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger” die das ihnen Erzählte (als sogenannte Multiplikatoren) in ihren Dörfern weiter verbreiten sollen”. Ein Teilnehmer dieser Veranstaltung antwortete auf die Frage “Was er denn in Klosterlangheim gelernt habe?” mit “es ging eigentlich nur darum wie man Leute dazu bringt für die  Dorferneuerung zu sein”

Bürgerversammlung für alle 7 Ortsteile: “Kosten übernehmen Gemeinde und Staat”

Mit den Berichten der Schulungsteilnehmer aus Klosterlangheim auf der Bürgerversammlung in Burghaslach wurde der offizielle Startschuss für die Dorferneuerung gesetzt. Diese Bürgerversammlung fand großen Anklang beim Publikum, insbesondere aufgrund der für alle Hauseigentümer in Aussicht gestellten staatlichen Fördermittel in erheblichem Ausmaß. Auf eine Nachfrage aus dem Publikum, ob die Dorferneuerung auch etwas kosten werde, gab der Bürgermeister Herr Kropf zur Antwort, dass „ das Dorferneuerungsverfahren nichts kosten wird, da die Gemeinde dazu auch gar keine Satzung hat, aber dass, wenn es etwas kosten sollte, es selbstverständlich dann auch vorher gesagt wird“. Die Dorferneuerung wurde vielmehr als ein Wettbewerb um EU Fördermittel dargestellt, vergleichbar zu den allseits bekannten EU Subventionen für die Landwirtschaft in Milliardenhöhe, für die manchmal noch nicht einmal ein Ausgabenbeleg gefordert wird.

Arbeitskreise der Dorferneuerung

In der allgemeinen Aufbruchstimmung, hervorgerufen durch die Verheißung, dass der Staat viel Geld gibt und die Bürger nur zu sagen brauchen was sie wollen, entschlossen sich zahlreiche Bürger an einem der Arbeitskreise teilzunehmen, um mit guten Ideen große Fördersummen für die eigene Gemeinde zu sichern und Entscheidendes für die Zukunft zu bewirken. Ein Jahresplan mit den festgesetzten Terminen der thematisch vorgegebenen Arbeitskreise (Bau/Infrastruktur, Soziales, Natur/Umwelt, Wirtschaft), sowie der eingetragenen Termine zu Dorfbegehungen, Zwischenpräsentation und Endpräsentation wurde verteilt. Mit der abwechselnden Leitung und Moderation der Arbeitskreise wurde der Architekt der Dorferneuerung, Herr Müller-Maatsch beauftragt. Unter dessen Leitung wurde jede Sitzung unter einem zentralen Motto gestellt, wie z. B. „Woher kommen wir ?“, „Wo stehen wir ?“, und „Wohin wollen wir ?“, wofür er die Gedanken und Assoziationen der Teilnehmer sammeln und an Posterwänden anschreiben ließ. Eine Unterrichtung oder Belehrung z. B. über das Verfahren selbst (Flurbereinigungsgesetz) oder über den möglichen Umfang und die Herkunft der Fördergelder (ALE Ansbach) fand nicht statt. Für den Ortsteil Unterrimbach stellten die Mitglieder des Arbeitskreises eine Prioritätenliste von gewünschten Maßnahmen auf, bei der die Anlage von neuen Bürgersteigen an vorletzter Stelle stand (Amtliches Mitteilungsblatt „Drei-Franken-Aktuell“ 10/2006 S.14).

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